.garage 2.0 – Zukunft beginnt jetzt

garage_logoVieles hat sich bei uns verändert in den letzten Monaten, einiges wird sich noch ändern, aber es gibt etwas, das bleibt und darüber möchte ich heute schreiben. Wer die Geschichte der .garage berlin ein wenig verfolgt hat, der hat sich vielleicht das eine oder andere Mal gefragt, warum man von uns so relativ wenig liest und hört, warum wir scheinbar von dem Hype, der in Berlin um Gründer und Gründungen veranstaltet wird, abgeschnitten sind. Natürlich haben wir uns diese Frage auch gestellt, noch anders: Wir mussten sie uns stellen. Was dabei bisher herausgekommen ist, gleicht dem Prozess, den jeder Gründer früher oder später durchlaufen muss, will er erfolgreich und mit seinem Geschäft überlebensfähig sein: eine Schärfung des Profils.

So wie man einen Diamanten schleift, damit er in seiner ganzen Schönheit strahlen kann, so sollte man das Profil seines Unternehmens ausarbeiten, bis es eindeutig und erkennbar ist. Dazu gibt es die schöne Geschichte von Michelangelo, der einst die Skulptur des David schuf und nun gefragt wurde, wie ihm dieses Glanzstück denn gelungen sei. Seine Antwort darauf: „“Der David war immer schon da. Ich musste lediglich den überflüssigen Marmor um ihn herum entfernen.” Mark Twain formuliert es ein wenig anders, indem er sagt: „Schreiben ist ganz leicht, man muss nur die falschen Worte weglassen.“

Darum geht es: Sich von dem zu trennen, was nicht zu einem passt. Im Fall der .garage war es die Bemühung, nach Außen etwas darzustellen, was wir im Inneren gar nicht sind. Dafür aber das, was wir sind, nicht ausreichend zu kommunizieren.

Das war jetzt eine lange Vorrede. Also worum geht es?

Die .garage berlin ist  vorrangig ein Unternehmen, das Menschen, die arbeitslos sind und sich durch die Gründung eines Unternehmens selbst aus dieser Arbeitslosigkeit bewegen wollen, unterstützt. Punkt. Keine Start-up-Schmiede, keine „Factory“, die mit Millionen aus der freien Wirtschaft unterstützt wird, sondern ein Unternehmen, das in erster Linie davon abhängig ist, dass das Jobcenter oder die Arbeitsagentur Gelder bewilligen. Das klingt nicht gerade sexy, auch nicht besonders modern und schon gar nicht nach Medienhype.

Trotzdem sind wir überzeugt davon, dass dieser Weg gangbar und gut ist. Im Grunde ist die .garage berlin damit ein soziales Unternehmen. Das ist unsere Kompetenz, damit haben wir Erfahrungen, darin liegen unsere Wurzeln. Und darin sind wir gut, das heißt: zukünftig wird es bei uns – neben der Begleitung ganz „normaler“ Gründungen – vor allen auch darum gehen, Unternehmen und Gründer zu unterstützen, die ebenfalls unseren Weg gehen und im Bereich des social business gründen wollen. Unternehmer, die mit ihrer Gründung einen Wert schaffen, der unsere Gesellschaft vorwärts trägt. Soziales Unternehmertum also, das mit seinen Produkten und Dienstleistungen zur Nachhaltigkeit, zur Sicherung der Zukunftsfähigkeit und zum sozialen Ausgleich beiträgt.

Dafür gibt es verschiedene Module, die von den Gründern gebucht werden können. Mehr dazu demnächst hier auf diesem Blog und auf unserer Webseite.

 

@FrankRingwald Jeannette Hagen ist freie Autorin und Systemischer Coach. Neben eigenen Publikationen schreibt sie für die .garage berlin, Kunstleben Berlin und das Stadtteilzentrum Steglitz regelmäßig Blogbeiträge. Schwerpunktthemen ihrer Arbeit sind: Psychologie, Motivation, Gesellschaft, Beziehungen und Literatur.

Auf dieses Thema gibt es eine Reaktion

  1. Hallo liebe Garagies, ein Tipp zur Nomenklatur :-)

    Den Zustand „arbeitslos“ gibt’s nicht, das ist auf jeden Fall nicht förderungswürdig und hat die Konnotation spätrömische Dekadenz und Chips+Bier vor der Glotze.

    Was vorübergehend vorkommen kann ist „arbeits*suchend*“ :-p … entweder als Selbstständigkeit oder abhängig beschäftigt. Weiter gute Arbeit – Axel

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