Social Media – geht es noch ohne?

Wie, Sie führen ein Unternehmen und haben noch keinen eigenen Blog? Noch kein Facebook, Google+ oder Twitter-Profil? Noch keinen Instagram oder Pinterest Account? Wie wollen Sie denn dann von sich Reden machen? Heutzutage muss man doch überall präsent sein, um mithalten zu können.
Muss man? Oder kann man? Ist Social Media wirklich für jeden Unternehmer eine geeignete Plattform, um Neukunden zu gewinnen und wenn ja: Gibt es Regeln, die man beachten sollte?

Viele Fragen, die gar nicht so eindeutig zu beantworten sind.
Zunächst einmal fällt es heutzutage sicher schwer, sich von dem Hype, der um Social Media entstanden ist, fernzuhalten, Wobei man das von zwei Standpunkten aus betrachten kann.
Vielen ist Social Media und alles, was sich darum rankt, zu modern, zu unsicher und zu zeitaufwendig im Verhältnis zum Nutzen. Und richtig – das sind Argumente, die zweifelsfrei auch gegen die Unternehmenskommunikation via Social Media sprechen. Facebook und Co. zu nutzen, bedeutet, direkt am Kunden dran zu sein und zwar mit allen Konsequenzen. Sicherheitslücken, negativen Kommentaren oder Rechtsunsicherheiten – das sind Fakten, mit denen man umgehen können muss. Oder man stellt ein Budget bereit und leistet sich dafür einen Profi. Kein Problem, denn mittlerweile ist dieser Bereich zu einer eigenen Branche gewachsen.

Trotzdem sollte man sehr genau überlegen, ob und wie man die Sozialen Netzwerk für die eigene Unternehmenskommunikation nutzt.
Viele meinen, dass es leicht ist, über Facebook oder Twitter einen Run oder um mal in der Fachsprache zu bleiben, einen Storm auszulösen. Natürlich ist das möglich – braucht aber, wie bei jeder anderen Form der Kommunikation eine gute Planung und einen langen Atem. Die sozialen Netzwerke sind vollgestopft mit Informationen. Wer hier Kunden gewinnen möchte, muss die Sprache der Nutzer von Sozialen Netzwerken sprechen und strategisch planen und vorgehen. Einfach nur zu twittern oder Facebook zu füttern, reicht da nicht aus und kann sogar das Gegenteil von dem bewirken, was Sie eigentlich erreichen wollen.

Ganz fatal wird es übrigens, wenn Privates und Geschäftliches vermischt werden. Dann verliert man als Unternehmer schnell die Glaubwürdigkeit oder eben einfach Kunden, weil sie es nicht mögen, das dritte Katzenbild in der Woche von ihrem Steuerberater zu sehen.

Und trotzdem – Social Media bietet selbst für kleine Unternehmen einen sehr guten Rahmen für eine Unternehmens-Präsentation und eine fortlaufende Kundenkommunikation.
Zum Beispiel beeinflusst die Präsens auf Facebook und Twitter die Sichtbarkeit im Internet. Ihr Unternehmen wird über Suchmaschinen schneller gefunden. Der Schneeballeffekt funktioniert, weil natürlich viele Menschen in Social Media unterwegs sind, die auch durchaus an neuen Ideen, wichtigen Informationen und Neuerungen interessiert sind und solche dann auch gern teilen.

Weitere Pro-Argumente sind die Möglichkeiten für ein direktes Kundenfeedback und eine schnelle Interaktion zwischen Kunde und Unternehmen. Empfehlungen können ausgesprochen und geteilt werden, so dass wiederum Kontakte Ihrer Kontakte von Ihnen erfahren. So lässt sich eine Art Empfehlungsmarketing aufbauen.

Bevor Sie sich jedoch für eine Unternehmenskommunikation über Soziale Netzwerke entscheiden, sollten Sie auf jeden Fall einige Fragen mit einem klaren Ja beantworten:

  • Sind Sie bereit, auf Augenhöhe mit dem Kunden zu kommunizieren?
  • Können Sie Transparenz gewährleisten?
  • Sind Sie in der Lage, schnell auf Kommentare und Anfragen zu reagieren?
  • Haben Sie überhaupt zeitliche Ressourcen für diese Art der Kommunikation?
  • Sprechen Sie die Sprache der sozialen Netze?

Wenn das alles passt, dann legen Sie los und nutzen Sie die Möglichkeiten der interaktiven, virtuellen Welt für Ihren Erfolg!

Auf dieses Thema gibt es 5 Reaktionen

  1. Oliver Schmidt

    Liebe Jeanette Hagen,
    vielen Dank für Ihren Artikel zum Thema Social Media – ich möchte Ihre Ausführungen um ein Best Practice Beispiel von höchster Stelle ergänzen, und bin gespannt auf Ihre Einordnung.

    Auf Twitter folge ich (@OliverS12we4) Papst Franziskus (@Pontifex_de), außer mir tut dies noch eine Viertelmillionen anderer. Er selbst folgt acht Personen, und als ich gestern nachschaute, ob ich vielleicht dabei bin, sah ich: er folgt Papa Franciscus, Pope Francis, Papa Francisco, Papież Franciszek, Papa Francesco, Pape François sowie البابا فرنسيس – also sich selbst.

    Bei seinen Followern kommt jetzt natürlich einiges zusammen, allein der spanischen Inkarnation (oder sagt man Avatar?) folgen über 7 Millionen Menschen. Zur Nachahmung geeignet? Ich jedenfalls folge seiner heiligen Achtfaltigkeit gerne, neben den üblichen Kalendersprüchen gibt’s da auch manch ernsthaften Aufruf zu konkretem Kampf gegen Armut und Umweltzerstörung.
    Loben möchte ich hier außerdem den Dalai Lama (@DalaiLama), den gibt’s nur einmal und er zwitschert englisch.

    Liebe Frau Hagen (@spaziergaenge) – Ihnen sowie allen Leserinnen und Lesern alles Gute!

    Oliver Schmidt
    zwo-punkt-null.de

  2. Lieber Oliver Schmidt, ich gestehe – auch wenn ich selbst ein Twitter-Profil habe, so konnte ich mich bisher nicht ehrlich und wahrhaftig mit der Nutzung anfreunden. Vielleicht liegt es am Namen, weil Zwitschern mich doch immer auch ein wenig an Geschwätz erinnert und Follower an das dröge Nachrennen der Herde. Ich weiß, damit tue ich dem Portal und seinen Usern Unrecht. Mich lockt Instagram mehr und wie ich seit gestern weiß, bin ich da nicht die Einzige. http://www.manager-magazin.de/unternehmen/it/300-millionen-nutzer-instagram-ueberholt-twitter-a-1007934.html

    • Oliver Schmidt

      Liebe Frau Hagen, Sie tun niemandem Unrecht und Ihr Bild hat mich sehr glücklich gemacht! Die Herde, die Schafe und ihr Hirte – das passt und würde dem Pontifex vermutlich ebenso gefallen, wie mir.
      Die Herde gibt uns Schutz, und Ihre, Frau Hagen ist jetzt 300 Millionen Nutzer groß. Es fühlt sich gut an, dabei zu sein. Auf bald, bei Instagramm, Twitter oder in echt.
      Einen gesegneten dritten Advent!

      Oliver Schmidt
      zwo-punkt-null.de

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *