Kreative Branche treibt den Job-Motor an

Es war nur eine von vielen Meldungen, die letzte Woche durch die Zeitungen und Onlineportale ging. Eine Meldung, die allerdings für Berlin als Stadt viel bedeutet. Berlin wird als Standort für die kreative Branche immer wichtiger. Die Folge? Arbeitsplätze entstehen und das Wachstum einiger Sparten, wie zum Beispiel die Spieleentwicklung für mobile Endgeräte, kann sich – so schreibt die Morgenpost – schon mit den Wachstumszahlen in China messen.

 

Berlin scheint ein Magnet für kreative Unternehmen zu sein. Das liegt sicher an den – im Vergleich zu anderen deutschen Städten – noch relativ niedrigen Lebenshaltungskosten und an dem Flair. Berlin gibt sich offen und wenn man etwas Positives über unseren Noch-Bürgermeister sagen kann, dann das, dass er dieser Stadt genau das Image verpasst hat, das Kreative anlockt. Zwar liegt Berlin – auch das sollte gesagt sein – noch hinter München und Hamburg, aber das könnte sich schon bald ändern, wenn der Berliner Senat seine Pläne umsetzt. So soll zum Beispiel der Kreativ-Wirtschaftsfonds der Investitionsbank im nächsten Jahr um weitere 40 Millionen Euro aufgestockt werden.

Schon jetzt siedeln sich immer mehr Designer, Musiker,  Künstler, Software-Entwickler, Schauspieler und Autoren in Berlin an und sorgen dafür, dass die Kreativbranche zum dynamischsten Wirtschaftszweig dieser Stadt gehört.  30.000 neue Jobs wurden in den letzten vier Jahren geschaffen.  28.200 Unternehmen erwirtschafteten 2012 den gigantischen Umsatz von 16,6 Milliarden Euro. Und dabei sind all die vielen Kleinunternehmer, deren Einkommen unter 17.500 Euro liegt, noch gar nicht hinzugerechnet. Legt man die reine Bruttowertschöpfung zu Grunde, dann lässt sich sagen, dass die Kreativwirtschaft und die Industrie gleichauf liegen.

Allein die Designwirtschaft hat in den letzten vier Jahren ihre Erlöse verdoppelt. Und auch die Kunstbranche boomt. Sie hat ein plus  von 56 Prozent zu verzeichnen, während es bei den Software- und Spieleentwickler rund 50 Prozent sind. Cornelia Yzer (CDU), Senatorin für Wirtschaft, Technologie und Forschung, kommentiert diese Entwicklung wie folgt: „Die Kreativ- und Digitalunternehmen haben innerhalb von nur drei Jahren einen enormen Wachstumsschub geschafft. Sie sind damit der Wachstums- und Innovationstreiber für die gesamte Berliner Wirtschaft.“

Und so spart der dritte Kreativwirtschaftsbericht, der in den nächsten Tagen vom Senat veröffentlichen wird, auch nicht mit Lob. Worte wie: „Impulsgeber, Innovationstreiber und herausragend“ schmücken den Bericht und machen deutlich, dass die Zeit der „armen Kreativen“ möglicherweise vorbei ist.

Wobei – schönreden sollte man nichts. Es gibt nach wie vor viele freiberufliche Designer, Autoren oder Architekten, die von ihren Einnahmen noch nicht leben können. Durchschnittlich 1.800 Euro sollen sich angeblich am Ende des Monats in den Taschen der Kreativen befinden – da spielt sicher eine Rolle, dass einige, wie zum Beispiel die Spieleentwickler, deutlich über dieser Summe liegen.

Interessant ist auch, dass die klassischen Medien in Berlin dem allgemeinen Abwärtstrend trotzen. So floriert die Buchbranche der Stadt, allein die Zahl der Verlage, Buchhändler, Buchbinder, Schriftsteller und Übersetzer hat seit 2009 um ein Fünftel zugenommen. In diesem Jahr hat Berlin sogar erstmalig seit vielen Jahren wieder eine eigene Buchmesse. Warum auch nicht – schließlich wohnt jeder zehnte deutsche Autor in Berlin.

Der Bericht nennt die Kreativ-Branche schlicht ein Jobwunder. Zu Recht, denn mittlerweile lebt jeder elfte Berliner von Kunst, Design oder einem anderen kreativen Beruf – Tendenz steigend.

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