Das Sommerloch mit Kreativität stopfen

Deutschland macht Ferien. Wenn Sie nicht gerade Eis verkaufen, einen Souvenir-Shop betreiben oder Ferienwohnungen vermieten, dann ist es sicher auch bei Ihnen im Geschäft derzeit ein wenig ruhiger. So haben Sie vielleicht plötzlich Zeit, sich mal wieder anderen Dingen zu widmen. Zu überlegen, ob die Geschäftsidee ein wenig aufgepeppt werden kann oder ob man etwas verändern will. Kreativ zu sein, kreativ zu denken ist im normalen Geschäftsalltag, wenn die To-Do-Liste das Tagwerk bestimmt, fast ein Luxus. Darum sollte man Frei-Zeiten, wann immer man sie hat, nutzen, sich diesen Luxus zu gönnen.

Aber geht das auf Knopfdruck? Ich sage ja und zwar mit einer Übung, die ich schon bei vielen namhaften Trainern gefunden habe und die ich selbst auch immer wieder anwende. Es geht um die Verabredung mit sich selbst.

Klingt das zu simpel? Zu banal? Zu unkonkret?

Gut, gehen wir ins Detail. Was bedeutet es, sich mit sich selbst zu verabreden? Macht es nicht zu zweit viel mehr Spaß?

Nein. Um es konkret zu machen: Bei der Verabredung mit sich selbst geht es darum, sich pro Woche einmal zwei bis drei Stunden Zeit zu nehmen, sich freizunehmen und diese Zeit zu nutzen, um das „kreative Bewusstsein zu nähren“, wie es Julia Cameron in ihrem Buch „Der Weg des Künstlers“ ausdrückt. Kreativität hat viel mit unserem inneren Kind, mit unserer Bereitschaft zu spielen und etwas auszuprobieren zu tun. Bei der Verabredung mit sich selbst, geht es also darum, diesem Teil in uns Raum zu geben, ihn zu nähren. So kann die Verabredung etwas – auf den ersten Blick völlig sinnfreies sein. Das sollte man nicht mit dem Verstand beurteilen, sondern man sollte eher nach seinem Gefühl gehen. Das innere Navigationsgerät sollte auf  Spaß und Freude geeicht sein.

Also, worauf haben Sie Lust? Was haben Sie lange nicht mehr allein gemacht? Was haben Sie noch nie allein gemacht? Was wollten Sie schon immer einmal ausprobieren?

Ich zum Beispiel werde mir für meine nächste Verabredung mit mir selbst ein Auto ausleihen, das ich schon immer mal fahren wollte.

Verabredungen mit sich selbst helfen dabei, den „Brunnen aufzufüllen“ (Julia Cameron) aus dem dann neue Kreativität sprudeln kann. Auch wenn sich solch eine Verabredung zunächst seltsam anfühlt, glauben Sie mir, sie setzt ein unglaubliches Energiepotential frei. Gleichzeitig kommen wir uns selbst dabei näher, nehmen uns wahr, erkennen Wünsche und Bedürfnisse. All das kann man nutzen, um es im Arbeits- oder Privatleben umzusetzen. Dabei ist es etwas völlig anderes, ob man – um mal ein anderes Beispiel zu wählen – einfach so ins Kino geht oder ob man sich dafür mit sich selbst verabredet. Es geht dabei um den Grad der Bewusstheit, mit dem man diese Sache tut.

Um langfristig erfolgreich im Beruf zu sein, braucht man eine gute Beziehung zu sich selbst. Dazu gehört es, den inneren Anteilen, die sonst im Alltag vernachlässigt werden, Raum zu geben. Eine Verabredung mit sich selbst ist niemals vertane Zeit. Im Gegenteil. Sie ist eine enorm kraftvolle schöpferische Quelle.

Also dann: Viel Spaß bei Ihrer Verabredung!

 

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