Zu visionär – Was tun, wenn Ideen noch nicht in die Zeit passen?

Vor ein paar Wochen ging es hier auf unserem Blog darum, wie man erfolgreich Ideen generiert. Wie man aus einem Alltagsproblem oder einem Zufall eine Geschäftsidee entwickeln kann. Interessanterweise kam ich, nachdem dieser Post geschrieben war, mehrmals mit Geschichten in Berührung, bei denen es darum ging, dass zwar eine tolle Idee geboren wurde, die Zeit respektive der Markt aber offensichtlich noch nicht reif für diese Idee war. Was dann?

Ich kann mich noch sehr gut an eine Geschichte erinnern, die mir ein Gründer mal erzählte. Er saß wohl auf einer dieser Raststätten-Toiletten, starrte auf die Tür und dachte: „Hier wäre doch eigentlich der perfekte Ort für Werbung!“ Er entwickelte die Idee, sprach mit Firmen, entwarf ein Konzept. Aber Werbung auf der Toilette? Da traute sich damals niemand ran. Und heute? Es gibt wohl kaum noch eine Raststätten-Toilette ohne Werbung.

Wie ist es? Nickst Du still in Dich hinein, weil es Dir auch schon so ergangen ist? Weil Du irgendwann mal eine grandiose Idee hattest, die dann ein paar Jahre später ein anderer verwirklicht hat und damit vielleicht sogar richtig erfolgreich wurde?

Es ist Fakt: Manche Ideen sind einfach zu visionär. Sie kommen zu früh und lassen sich dadurch nicht am Markt etablieren. Manchmal liegt es an der Offenheit der Menschen für eine bestimmte Thematik, manchmal liegt es aber auch an der Marktentwicklung selbst, die vielleicht an einem Tag die Tür geschlossen hält, sie durch parallel ablaufende Entwicklungen einen gewissen Zeitraum später aber plötzlich öffnet. Manchmal bedarf es auch politischer Entscheidungen, damit neue Ideen Fuß fassen können. Das hängt ganz von der Idee selbst ab – von der Tragweite, die sie zum Beispiel für andere Unternehmen hat. Siehe aktuell das amerikanische Start Up Uber, das den deutschen Taxi-Markt revolutionieren will. Sie konnten gar nicht so schnell schauen, wie ihnen ein deutsches Gericht zunächst den Limousinenservice verboten hat und nun gegen die Taxi App, die es Privatleuten ermöglichen sollte, Taxi-Dienste anzubieten, vorgeht.

Was nun aber tun, wenn die Idee eigentlich genial ist, der Plan aber irgendwie nicht aufgeht?

1. Viel über die Idee oder das Konzept zu sprechen, ist ein Punkt. Vor allem natürlich mit den richtigen Menschen. Mit ein wenig Glück erkennt ein „Geschäftsscout“ das Potential und investiert selbst, oder hilft, Investoren zu finden, die mit ihrem Geld die Phase überbrücken, in der das Produkt oder die Idee erst einmal in den Köpfen der Menschen ankommt. Angst vor Ideenklau sollte man dabei nicht haben. Es kann sogar von Vorteil sein, wenn man nicht der Einzige am Markt ist. Und Studien zeigen, dass wirklich bahnbrechende Innovationen meist an ganz unterschiedlichen Orten auf dieser Welt fast zeitgleich entstehen.

2. Lass Dich nicht entmutigen! Statt die Idee abzuhakten und ad acta zu legen, schaue lieber über den deutschen Tellerrand hinaus und überlege, ob sie vielleicht in einem Nachbarland zu verwirklichen wäre.

3. Bedenke – alle großen Ideen brauchen Zeit, um sich zu etablieren. Mochten wir die ersten Handys? Häkelmützen? Asiatisches Essen? Nein. Heute gehört es für viele Menschen zum Alltag, zum Asiaten essen zu gehen, Häkelmützen aufzusetzen na und ohne Handy geht doch gar nichts mehr. Was ich damit sagen will, ist, dass manche Produkte sich auch erst entwickeln müssen, um angenommen zu werden. Das ist dann die berühmte Kundensicht, aus der man schaut, ob es noch etwas zu verbessern gibt, was dabei hilft, dass das Produkt oder die Innovation angenommen wird.

4. Wenn Du es nicht schon getan hast, dann solltest Du Dir das Umfeld genau anschauen, in dem Deine Idee Fuß fassen soll. Standort, Kundengewohnheiten, Markt. Die wichtige Frage, die sich stellt, ist, warum die Menschen Dein Produkt kaufen sollten und nicht das, was sie schon immer benutzen. Wenn Du darauf eine plausible Antwort hast – dann nimm Deine Begeisterung an die Hand und lass Dich nicht mehr aufhalten!

Ich wünsche Dir schöne Osterfeiertage und allzeit gute Ideen!

Jeannette Hagen

 

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