Mompreneurs

Mompreneurs – was sind das, werden Sie vielleicht fragen. Entrepreneur – den Begriff kennt man ja mittlerweile, auch wenn er sich im Mund noch ein wenig eckig anfühlt, wenn man ihn ausspricht. Und nun Mompreneurs? Diese Bezeichnung ist zusammengesetzt aus den Moms und dem Entrepreneur. Gemeint sind damit all die Frauen mit Kindern – meist mit kleinen Kindern, die sich für eine berufliche Selbstständigkeit entscheiden, um damit etwas zu bewegen, oder Familie, Kinder und Job unter einen Hut zu bekommen.

Wenn aus Frauen Mütter werden, passiert meist ein innerer Wandel. Die Schwangerschaft und die erste Zeit mit dem Baby geben Raum, darüber nachzudenken, ob man denn in den alten Beruf überhaupt zurück will. Viele Mütter nutzen diese Lebensphase dafür, sich zu besinnen – auf das, was sie vielleicht eigentlich beruflich mal machen wollten, oder um sich zu fragen, was denn noch so an Fähigkeiten in ihnen steckt. Andere entdecken mit dem neuen Seinszustand plötzlich eine kreative Seite, schneidern, basteln und kochen und überlegen sich, mehr daraus zu machen. Und wiederum andere würden gar nicht wechseln wollen, landen aber durch die neue Situation plötzlich beruflich in einer Sackgasse. Weil der Arbeitgeber nicht flexibel ist, was die Arbeitszeiten anbelangt, oder das Stresspotential des alten Jobs einfach zu groß ist. So wie es Julia Höger, die Inhaberin von clettis in unserem Interview für das .garage Buch beschrieben hat:

„Plötzlich bin ich an diese gläserne Decke gestoßen, von der man oft hört und liest. Die magische Grenze für Frauen in großen Unternehmen. Aber ich bin nun mal ein Führungsmensch. Will entscheiden, vermitteln, etwas aufbauen, die Fäden in der Hand halten, Menschen führen. Sicher hätte ich mich auch auf andere Stellen in anderen Firmen bewerben können, aber nun war parallel schon die Idee vom eigenen Unternehmen so weit ausgereift, dass das höhere Priorität hatte und ich die Chance darin sah, all diese Fähigkeiten wieder einzubringen.“

Ein eigenes Unternehmen zu gründen, selbstständig zu sein, das ist für viele Mütter eine spannende Alternative. Und so gibt es immer mehr junge  “Mompreneurs” die ungeheuer kreativ sind und tolle Unternehmen gründen. Manche verkaufen sehr erfolgreich auf Online-Plattformen wie DaWanda, oder ebay. Andere waren vielleicht vorher schon in einer Agentur angestellt und probieren nun, auf eigenen – freien Füßen zu stehen und in Eigenverantwortung Aufträge zu akquirieren.

Meist haben die Frauen das Bedürfnis sich selbst zu verwirklichen. Den eigenen Weg zu gehen, jenseits von Windeln und Krabbelgruppe. Das Zeitfenster dafür ist zwar meist knapp, aber am Ende ist es immer auch eine Frage der guten Planung und der Organisation. So arbeiten die meisten Mütter,während die Kinder in der Schule oder Kita sind oder abends. Oder sie haben das Glück, einen Partner an der Seite zu haben, der das ganze mitträgt. So wie Julias Mann, der sie von der Idee bis zur Umsetzung unterstützt hat.

„Bei uns waren die Rollen von Anfang an gleichberechtigt verteilt. Uns ist ein erfülltes Berufsleben ebenso wichtig wie ein erfülltes Familienleben. Mein Mann war zum damaligen Zeitpunkt zeitlich flexibler und konnte sich das alles anders einteilen. Natürlich haben wir zum einen viel über meine Ideen gesprochen. Es war für mich sehr hilfreich, jemanden zu haben, der mit einem wohlwollend kritischen Blick und aus einem anderen Blickwinkel heraus auf mein Projekt schaute. Und zum anderen haben wir natürlich auch gemeinsam überlegt, wie wir das Ganze organisieren und konkret handhaben wollen. „

Viele Mütter knüpfen straffe Netzwerke um die Selbstständigkeit zu händeln, oder sich mit Gleichgesinnten auszutauschen. So kann man sich  zum Beispiel auf der Seite „meetup“ unter dem Stichwort „Mompreneurs“ eintragen und mit anderen selbstständigen Müttern in Kontakt kommen. Oder ab und an mal auf den Blog Momslink schauen und sich dort der Community anschließen.

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