Die Gründerstory am Freitag – heute: my muesli

So, wie es in der .garage Berlin Tradition ist, dass die Gründer nach der ersten Phase – an einem Freitag – ihre Gründungsideen präsentieren, wird es zukünftig hier auf diesem Blog freitags immer eine Gründerstory geben. In unserem Buch „Das Prinzip .garage“ konntet ihr ja bereits einige Geschichten aus den .garagen Hamburg, Berlin und Dortmund lesen. Hier wird es nun auch Geschichten von Nicht-.garage-Gründern geben, einfach weil die Welt bunt und vielfältig ist und es sich immer lohnt, mal über den Tellerrand hinwegzuschauen und ein Auge darauf zu werfen, was andere Gründer inspiriert hat und wie sie ihre Idee umgesetzt haben.

 

 

Was muss man tun, um aus einem handelsüblichen Produkt, das eher ein laues Image hat, das nur einige Variationsmöglichkeiten bietet, das aber trotzdem eigentlich alle gern mögen, mit einem Schlag ein Produkt zu kreieren, das plötzlich modern und beliebt ist und vor allem mehr als 566 Billiarden neue Kombinationsmöglichkeiten bietet?

Die Erfolgsgeschichte des Biomüsli-Unternehmens „mymuesli“  beginnt, wie so viele großartige Gründungen ziemlich unprätentios, nämlich auf einer Autofahrt. Die Gründer, die noch gar nicht ahnen, dass sie bald zu Deutschlands Top Five unter den Müsliproduzenten gehören, waren auf dem Weg zu einem Badesee und hörten den Radiospot einer bekannten Müslifirma.
Nur ein paar Stunden später waren die drei sich einig. Das können sie besser! Sie wollten nicht nur bessere Radiowerbung machen – sondern vor allem ein besseres Müsli. Eines, das moderner rüberkommt, das besser zur Generation Facebook passt und das endlich sein „Jute-Beutel-Image“ abstreift. Aber nicht nur das. Biologisch sollte es sein, ohne zugesetzte Aroma- oder Farbstoffe, außerdem zuckerfrei. Und der Clou: Jeder kann es sich individuell zusammenstellen.

Die Idee war geboren, doch wie die Gründer selbst erzählen, brauchte es noch eine gewisse Zeit, bis sich alles umsetzen ließ:
„Alles klar, das machen wir, hatten wir drei uns an diesem Sommertag noch gesagt. Aber bis es soweit war, musste noch viel organisiert werden: die Webseite programmieren, Zutaten einkaufen, sich über die Logistik Gedanken machen … das sind nur einige der Dinge, die uns lange beschäftigt und uns auch einiges Kopfzerbrechen bereitet hatten. Vor allem aber brauchten wir einen Namen für die neue Firma. Und der fiel Hubertus glücklicherweise im Herbst 2006 ein: mymuesli. Perfekt.“

Mymuesli schlug ein wie eine Bombe. Am 30.April 2007 ging die Webseite an den Start. Nach zwei Wochen waren die Regale leer. Alles ausverkauft. Dafür häuften sich die Gründerpreise: erst gab es den Gründerpreis der Financial Times Deutschland, dann kam enable2start, der BayernOnline Preis, der Multimedia-Gründerpreis des Bundeswirtschaftsministeriums und sie wurden von einer Jury bei Deutsche Startups zum Startup des Jahres 2007 gewählt.

Heute – gut sieben Jahre später managen Max Wittrock, Philipp Kraiss und Hubertus Bessau ein Unternehmen, das sein Bio-Müsli in fünf Länder verschickt, Filialen in fast allen deutschen Großstätten betreibt und dessen Potential bei Weitem noch nicht ausgeschöpft ist. Mittlerweile gibt es neben dem Müsli verschiedene andere Produkte, die Firma und die Manufactur sind in größere Räume nach Passau umgezogen und auch die Sache mit der Radiowerbung, die ist gelöst.

 

Fotograf: Florian Weichselbaumer

 

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