Steuern leicht gemacht

Sind Sie auch ein Verdränger, Vermeider, Procrastinierer, Muffel oder Ignorant wenn es um die alljährliche Erledigung Ihrer Steuererklärung geht? Willkommen im Klub, kann ich da nur sagen, denn damit gehören Sie zu einer beachtlichen Mehrheit. Als ich Ende vergangenen Jahres, buchstäblich mal wieder auf den letzten Drücker bei meiner Steuerberaterin saß, sagte sie sinngemäß zu mir, dass sie das gar nicht verstehen kann, wieso die Leute sich so davor drücken. Ich antwortete ihr, dass es wahrscheinlich daran liegt, dass mit der Erklärung die Zeit des Verdrängens der Wahrheit zu Ende geht, denn die Zahlen lügen nicht.

Sie lachte und meinte, dass es vielleicht eher der bürokratische Aufwand ist, den viele scheuen. Ja, auch das – darum bin ich ein Befürworter der Bierdeckelidee. Ich finde unser Steuersystem einfach viel zu kompliziert und offensichtlich bietet es ja damit auch genug Raum für all jene, die gern ihr Geld in dubiosen Steueroasen parken, wie die aktuellen Ereignisse wieder verdeutlichen.

Aber nun ist es eben, wie es ist und wir kommen nicht um die Erklärung herum. Für all jene, die keinen Steuerberater haben, endet die Abgabefrist am 31. Mai 2013. Für all die, die sich den Luxus  leisten oder leisten müssen, einen Steuerberater zu beauftragen, bleibt noch Zeit bis zum Jahresende. Trotzdem macht es Sinn, rechtzeitig alles zusammenzutragen, denn erfahrungsgemäß türmen sich im Dezember die Aktenberge auf den Tischen der Beratungskanzleien.

Was ich aus meiner eigenen Beratertätigkeit und Steuerzahlererfahrung sagen kann, ist, dass die Last mit den Steuern und der ganze Buchhaltungsaufwand für viele ein Grund ist, eine gute Geschäftsidee nicht umzusetzen und den Schritt in die Selbstständigkeit nicht zu wagen. Das finde ich persönlich sehr schade. Mit der Kleinunternehmerregelung ist der Staat den Selbstständigen ja nun schon etwas entgegengekommen, trotzdem stellt es für viele Gründer eine Hürde dar. Manch einer bekommt schon Schweißausbrüche, wenn er nur daran denkt.

Ich kann dann immer nur dazu raten, sich entweder wöchentlich oder monatlich eine bestimmte Zeiteinheit dafür zu reservieren. Und wenn am Ende nur die Belege nach Datum sortiert und in Folientaschen verpackt werden. Oder mal einen Kurs in Buchhaltung zu belegen und zu erfahren, dass Zahlen auch Spaß machen können.
Und wenn es dann doch mal dazu kommt, dass Sie die Frist nicht einhalten können, dann reicht ein formloses Schreiben an das Finanzamt, in dem sie um eine Fristverlängerung bitten. Die sollten Sie dann aber auch einhalten, sonst drohen Versäumniszuschläge.

Wichtig ist auch, die Steuernachzahlungen, die an das Finanzamt zu leisten sind, innerhalb eines Monats zu tätigen. Wenn Sie an der Stelle ignorant sind und aufschieben, kann es am Ende passieren, dass Ihnen das Finanzamt mal kurzerhand das Konto sperrt. Also Achtung!
Und ansonsten: Augen zu und durch. Am Ende ist es wie mit vielen anderen Dingen, vor denen wir uns drücken. Ist es erst einmal erledigt, war es rückblickend gar nicht so schlimm.

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