Das gute alte Handwerk

Jeder der umzieht oder sich neu einrichten will, kennt das. Irgendwann sitzt man inmitten von Ikea-Möbeln. Schrauben hier, Pappe und lackiertes Sperrholz dort. Und geben wir es mal zu, praktisch ist es, aber am Ende weiß und sieht man auch immer, dass die Qualität eben nur Durchschnitt ist. Massenware, die weltweit ihre Abnehmer findet. Jedenfalls als ich heute zwischen all dem Ikea-Pressspan saß und schraubte, fiel mir meine Jugend in der DDR ein. Dort gab es Hellerau statt Ikea. Kein Wohnzimmer ohne die Hellerau-Serien-Schrankwand, so wie es heute kaum eine Wohnung ohne Ikea gibt.

Und nun komme ich zum Thema, denn neulich entdeckte ich einen Artikel über die Entwicklung und die neue Lust der Deutschen am klassischen Handwerk. Und siehe da, wie überrascht war ich, als die Deutschen Hellerau-Werkstätten als Manufaktur für Werkstücke und für individuellen Innenausbau angepriesen wurden. Ich habe natürlich sofort die Internet-Präsenz durchforstet und war wirklich begeistert. So, wie ich oft begeistert bin, wenn ich etwas entdecke, von dem ich genau weiß, dass es mit viel Liebe zum Detail, mit einem hohen Anspruch an die Qualität und mit dem Gedanken der Nachhaltigkeit produziert wurde.

Natürlich fragt man sich, ob für das individuelle, exquisite Handwerk denn überhaupt ein Markt existiert. Wer kauft heute Luxusgüter und wie müssen sie beschaffen sein? Lohnt es sich, in diesem Marktsegment zu gründen?
Ja – lautet die Antwort. Es lohnt sich. Allerdings muss man ein paar Dinge beachten.

Zum Beispiel, dass hinter einem Handwerk immer ein Name steht. Ein Prinzip, dass übrigens Ikea und H&M gerade auf Massenware übertragen.
Luxusgüter sind allerdings meist Nischenprodukte und keine Massenware. Sie sind von Menschen erdacht und gefertigt, die in ihre Arbeit die Liebe zum Detail und einen gewissen Enthusiasmus stecken.

Wir vom .garage-Team sind stolz darauf, dass wir solch eine Handwerks-Gründung begleiten durften. „Feinschlicht“ – die Manufaktur  „für gutes Fruchten“, wie sie sich selbst nennt, hat sich in der Sonnenallee 133 niedergelassen und fertigt dort unter anderem Frucht- und Gemüseaufstriche und Chutneys. Produziert werden die Produkte in reiner Handarbeit nach selbst kreierten Rezepturen. Dabei verzichtet man auf Farb- und Konservierungsstoffe, spart mit Zuckerzusatz und garantiert eine hohe Qualität und gute Haltbarkeit.

Natürlich hat das seinen Preis. Aber sind wir doch mal ehrlich. Jeder, der sich ab und an mal etwas ganz besonderes aus einer Manufaktur leistet, der weiß, dass man solch einen Kauf selten bereut.

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