Die Kunst des Delegierens

Ja, Delegieren ist eine Kunst. Eine, die gar nicht so leicht zu erlernen ist, weil man besonders als frisch gebackener Unternehmer gern alles in der Hand hat und sich für alles verantwortlich fühlt. Jedoch ist bei einem kontinuierlich expandierendem Unternehmen irgendwann der Punkt erreicht, an dem das nicht mehr funktioniert.

Wenn sich die Aufträge häufen, die täglichen to does sich stapeln und ungeliebte Arbeiten uns Zeit und Kraft rauben, dann ist echte Führungskompetenz gefragt und die drückt sich insbesondere in der Fähigkeit des Delegierens aus.
Für Unternehmer, die ihr Geschäft von Beginn an mit Mitarbeitern starten, stellt sich die Frage nach dem Delegieren eher selten. Es passiert automatisch. Anders bei Einzelkämpfern, die es gewohnt sind, für sich selbst verantwortlich zu sein. Kommen sie an den Punkt, an dem Abgeben sinnvoll wäre, stehen sie oft vor einer großen Hürde. Dabei zeugt Delegieren von starker Führungskompetenz.

Wichtig ist, sich zunächst genau zu überlegen, wen man für welche Aufgaben braucht. Fragen, die Sie bei dieser Entscheidung unterstützen:

Brauche ich fachliche Entlastung?
Brauche ich Entlastung im operativen Geschäft?
Benötige ich einen Experten, weil Aufgaben anstehen, die ich nicht lösen kann/will?

Wenn Sie das geklärt haben, sollten Sie ein Mitarbeiter-Profil erstellen, in dem Sie all die Punkte festhalten, die Ihnen wichtig sind. Erst dann können Sie sich gezielt auf Mitarbeitersuche begeben. Gleichzeitig ist es ratsam, von Anfang an festzulegen, welche Aufgaben genau Sie delegieren wollen. Das muss nicht in Stein gemeißelt sein, kann allerdings helfen, die erste Hürde des Abgebens zu meistern. Oft ergibt sich dann im Laufe der Zeit eine automatische Arbeitsaufteilung.
Der nächste Schritt ist das Loslassen. Natürlich fällt es anfangs schwer, Aufgaben, die man bisher selbst erledigt hat, in andere Hände zu geben. Viele verfallen darum in eine Art Kontrollwahn und engen den Mitarbeiter damit unnötig ein. Lassen Sie los! Geben Sie Verantwortung ab! Leichter fällt das, wenn Sie und der Mitarbeiter nach einer gewissen Phase gemeinsam reflektieren, um Fortschritte oder Probleme aufzuzeigen. Wichtig ist auch, dem Mitarbeiter alle nötigen Materialien und Informationen zur Verfügung zu stellen, die er braucht, um seine Tätigkeit ausführen zu können. Das klingt so selbstverständlich – ist es aber nicht, denn viele Chefs halten gern als Machtinstrument einen gewissen Informationsvorsprung in der Rückhand. Dass sie damit den Mitarbeiter degradieren und im schlimmsten Fall bei der Ausführung seiner Arbeit behindern, ist ihnen oft nicht einmal bewusst.

Kommunikation und klare Regeln sind beim Delegieren das A und O. Dazu kommen ein wenig Mut und eine Portion Vorschuss-Vertrauen. Die Investition lohnt sich, denn auf lange Sicht profitieren Sie und Ihr Unternehmen davon. Mitarbeiter schaffen Ihnen die nötigen Freiräume, damit Sie sich auf Ihre Stärken, Führungsaufgaben und Fachaufgaben konzentrieren können.

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