Können Sie CHEF?

Wie ein Vorgesetzter zu sein hat, darüber streiten sich die Geister. Eher streng, damit alle kuschen? Lieber lässig, damit alle denken: So cool will ich auch sein und darüber ihre Arbeit vergessen, oder ist es wie so oft der goldene Mittelweg, der den Chefsegen bringt? Es ist sicher nicht leicht, eine klare Linie zu finden, doch es lohnt sich, denn klar ist – hat der Chef seine Angestellten oder Untergebenen nicht im Griff, kann ihn das ganz schnell seinen Sessel kosten, denn wie sagte schon General Douglas McArtur: „Ein General ist nur so gut oder schlecht, wie die Truppen unter seinem Komando ihn machen.“

Wer lernen möchte, was ein Chef möglichst tun oder lassen sollte, wenn er eine stabile Position halten will, der möge mit offenen Augen verfolgen, was auf politischen Bühnen passiert. Wie selbst gute Politiker trotz bester Absichten, Befähigung oder Loyalität zu Fall gebracht werden. Worüber stolpern sie?
Zunächst einmal oft über die Tatsache, dass sie schlichtweg vergessen oder verdrängen, dass sie in einem Abhängigkeitsverhältnis stehen, dadurch beeinflussbar sind und  – das ist die Falle – auf eine falsche Fährte gebracht werden und eine Fehlentscheidung treffen.
Darum Punkt 1: Bleiben Sie skeptisch. Selbst wenn die Mitarbeiter um Sie herum noch so fähig sind. Setzen Sie Grenzen und überprüfen Sie statt nur zu übernehmen.

Die nächste Achillesferse sind Mitarbeiter, die Sie vielleicht gern um sich scharen, weil sie Ihnen zum Munde reden oder schmeicheln. Adlerauge sei wachsam! kann man da nur sagen, denn Schmeichler verheimlichen gern mal unangenehme Wahrheiten, die aber für den Arbeitsprozess oder das Betriebsklima wichtig wären. Und dann platzt irgendwann die Bombe und Sie haben keine Ahnung, wer sie gezündet hat.
Die Wahrheit lautet: Sie selbst, denn wer Meinungsverschiedenheiten aus dem Weg geht, sorgt für Stillstand.
Darum Punkt 2: Suchen Sie den Kontakt auch zu den Mitarbeitern, die kritisch sind und Ihnen auch mal offen die Meinung sagen.

Was aber tun, wenn Sie eine Mehrheit gegen sich haben und im Innersten wissen, das Ihre Ansicht die Richtige ist? Wer zu vorsichtig an die Sache herangeht, unterdrückt vielleicht die eigene Wahrnehmung untergräbt damit aber am Ende seine Führungsstärke. Wenn Sie sicher sind, dann sollten Sie sich auch gegen Mehrheiten durchsetzen, schließlich sind Sie der Anführer und als solcher nur gut, wenn Sie andere Menschen inspirieren können, auch mal Grenzen zu überschreiten.
Darum Punkt 3: Stehen Sie zu Ihren Überzeigungen, aber überprüfen Sie diese sorgfältig.

Zum Abschluss noch ein Punkt, der wohl schon so manchen Chefsessel zum Kippeln gebracht hat. Die Rede ist von einer gewissen Denkfaulheit oder einem automatisches Denken. „Ja, machen Sie es so wie immer, das war doch auch im letzten Jahr schon ein Erfolg“ oder “ Nehmen Sie wieder die Handwerker, die machen das schon.“ und und und. Am Ende entsteht ein Einheitsbrei, der weit weg von jeglicher Innovation vor sich hin blubbert und die Position des Unternehmens am Markt schwächen kann.
Darum Punkt 4: Bleiben Sie wach und haben Sie ein Auge darauf, was um Sie herum passiert. Sonst überholt die Konkurrenz Sie rechts.

Zum Ende lässt sich sagen, dass ein guter Chef immer der ist, der selber lebt, was er von anderen verlangt. Das ist ähnlich wie in der Kindererziehung. Wenn der Papa seinem Kind  erklärt, dass man das Messer nicht ablecken darf, weil man sich dabei verletzen kann, es aber zwei Minuten später selbst tut, dann untergräbt er mit dieser Handlung seine eigene Autorität.
Darum Punkt 5: Das was Sie tun, wirkt mehr, als das was Sie sagen.

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