Gut geplant ist halb gegründet!

Die Idee ist geboren, Freunde und Bekannte haben das Vorhaben für gut befunden und ein erster Testballon ist vielleicht sogar schon gestartet. Und nun? Wie wird aus dem Versuch ein echtes Vorhaben? Ganz einfach: Schreiben Sie einen Businessplan! Unabhängig vom Umfang der Geschäftsidee – ein Businessplan dient nicht nur dafür,  Geldgeber oder Geschäftspartner von Ihrer Idee zu überzeugen. Viel wichtiger ist, dass er Ihnen als  Kontrollinstrument den Weg in die Selbstständigkeit ebnet. Und zwar bereits beim Schreiben. Denn: Je detaillierter Sie in die Materie eintauchen, desto klarer wird die Tragfähigkeit und Umsetzbarkeit Ihrer Idee.

Einheitliche oder gar genormte Regelungen für den Aufbau eines Businessplans gibt es nicht. Dennoch existiert ein klassischer Rahmen, der die wichtigsten Eckpunkte enthält und sich so in der Praxis bewährt hat. Die folgende Aufzählung soll nur einen kurzen Überblick geben – besser ist natürlich, Sie arbeiten das Konzept unter fachkundiger Anleitung aus.

1. ZUSAMMENFASSUNG
Diesen Teil kann man im Grunde erst schreiben, wenn alle anderen Punkte schon ausgearbeitet wurden.  Auf einer – maximal auf zwei Seiten beschreiben Sie zusammenfassend die grundlegenden Daten Ihres Vorhabens. Dazu gehören:  Kurzbeschreibung des Produkts, der Kundennutzen, die Zielgruppe, Mitbewerber, die Kompetenz des Gründers- oder Gründerteams, der Investitionsbedarf, die gewählte Rechtsform sowie der angestrebte Gewinn für die ersten Geschäftsjahre. Beachten Sie beim Schreiben, dass diese Zusammenfassung als „Türöffner“ fungiert. Das gilt besonders dann, wenn Sie den Plan für die Bank benötigen, oder Geschäftspartner überzeugen wollen. Wählen Sie eine klare Sprache, vermeiden Sie Fachchinesisch und legen Sie Ihre Begeisterung in diesen Text – ohne allerdings den schmalen Grat zur Produktverliebtheit zu überschreiten.

2: GESCHÄFTSIDEE
Worum geht es? Was haben Sie vor?
Erstellen Sie ein kurzes Profil Ihres Vorhabens. Was ist das Besondere, das Neue, das Innovative daran?
Darüber hinaus erläutern Sie unter diesem Punkt, wie Sie das Produkt am Markt etablieren wollen, nennen Firmennamen, Standort, Rechtsform und zeigen die Firmenstruktur.  Desweiteren gehen Sie auf die angedachte Entwicklung der nächsten fünf Jahre ein. Legen Sie dar, welche Ziele Sie verfolgen!
Beschreiben Sie das Produkt oder die Dienstleistung und beschreiben Sie, wie weit es bereits entwickelt ist und wie es sich von anderen Konkurrenzprodukten abhebt.

4: MARKT
Haben die meisten Gründer kein Problem damit, Ihre Idee ausführlich zu beschreiben, so fühlen sie sich beim diesem Punkt oft unwohl. Verständlich, denn jetzt gilt es, zum einen die rosarote Brille abzunehmen, zum anderen die Seite zu wechseln und aus Kundensicht zu schauen. Wer – mal abgesehen von wohlwollenden Bekannten – ist denn wirklich bereit, Geld für dieses Produkt oder diese Dienstleistung auszugeben? Wo und wie finde ich meine Zielgruppe und wie finden die Kunden mich oder mein Produkt? Mit wem teile ich mir den Kuchen und wie agieren meine Mitbewerber am Markt? Unterliegt meine Branche gewissen Trends oder beeinflussen andere Faktoren die Marktentwicklung? Wer hier ehrlich bleibt und wirklich forscht, hat schon viel gewonnen.

5: MARKETING
Nun wird es noch konkreter, denn unter diesem Abschnitt muss erläutert werden, wie der Markteintritt geplant ist. Vertriebskanäle, Absatzmärkte, Preisgestaltung und Strategien gehören genauso unter diesen Punkt, wie die Antwort auf die Frage, wie denn der Kunde überhaupt davon erfährt, dass es Sie, Ihr Produkt oder Ihre Dienstleistung gibt. Haben Sie bereits Referenzkunden, dann nennen Sie diese hier.

6: UNTERNEHMER/ TEAM
Wer sind Sie und was befähigt Sie dazu, dieses Unternehmen zu gründen? Welche Fähigkeiten und Erfahrungen bringen Sie mit und an welcher Stelle im Unternehmen kommen diese zum Einsatz. Wo liegen Ihre Stärken? Wo hakt es noch und wie werden eventuelle  Lücken geschlossen? Zeigen Sie, wie Ihr Unternehmen intern strukturiert ist. Bewährt hat sich für diesen Punkt, es zunächst als Mind-Map zu gestalten, indem Sie alle Tätigkeiten, die anfallen, auflisten und dann entsprechen die Qualifikationen der einzelnen Gründer dazufügen. So haben Sie gleichzeitig eine Übersicht, an welchen Stellen Sie durch Mitarbeiter von Außen ergänzen oder selbst noch dazulernen müssen. Planen Sie, Personal einzustellen, dann erläutern Sie unter diesem Punkt die Personalplanung für die nächsten drei Jahre.

7: CHANCEN UND RISIKEN
An dieser Stelle nehmen Sie ein weiteres Mal die rosarote Brille ab und schauen der Realität in die Augen. Wie hat sich die Branche in den letzten Jahren entwickelt und mit welchen Störgrößen müssen/sollten Sie rechenen? Was passiert, wenn die Nachfrage plötzlich steigt? Können Sie das bedienen, oder wie reagieren Sie darauf?  Chancen und Risiken dürfen in keinem Businessplan fehlen.

8:  FINANZPLANUNG
Rentabel oder nicht rentabel? Das ist jetzt die Frage der Sie sich unter diesem Abschnitt stellen. Planen Sie Investitionen und Abschreibungen, um den Kapitalbedarf zu ermitteln. Listen Sie im Liquiditätsplan alle Ausgaben und Einnahmen auf, die Sie entweder bereits kennen oder erwarten. Zunächst pro Monat, für das zweite und dritte Geschäftsjahr reicht eine Quartalsanalyse. Erstellen Sie dann noch eine  Gewinn- und Verlustrechnung,  um über die Entwicklung von Umsätzen, Aufwendungen und Erträgen Auskunft zu geben. Ebenfalls erforderlich ist eine Liquiditätsvorschau.

9: KAPITALBEDARF
Wer Punkt 8 ausführlich behandelt hat, für den sollte dieser Punkt keine Hürde mehr darstellen. Zeigen Sie auf, wie viel Kapital Sie benötigen und über welche Quellen Sie es beziehen. Finanzieren Sie mit Eigenkapital? Benötigen Sie Fremdkapital einer Bank oder lassen Sie sich Ihr Unternehmen von Oma sponsern? Wie auch immer – wichtig ist, genau zu planen wie und an welchen Stellen Kapital eingesetzt wird.

10: ANHANG
An dieser Stelle vervollständigen Sie den Plan durch handfeste Dokumente. Lebenslauf, Produktfotos, Patente oder andere Papiere, die zuvor getroffene Aussagen ergänzen und untermauern.

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