Mahnungs ABC – Wenn König Kunde zum Schuldner wird

Der Auftrag ist zur Zufriedenheit des Kunden erledigt, die Rechnung ist gestellt, die Zahlungsfrist mittlerweile abgelaufen – nur auf Ihrem Konto ist nicht das Geld, das Sie erwarten und verdient haben. Was tun? Wenn der Kunde zum Schuldner wird, gibt es mehrere Möglichkeiten, ihn an seine überfällige Rechnungsbegleichung zu erinnern. Und es gibt Möglichkeiten, wie Sie einen Zahlungsverzug schon vorab vermeiden.
Ach wie wäre es schön, wenn die Regel grundsätzlich lauten würde: Ware/Dienstleistung nur gegen Geld. Wie in der Kneipe oder im Supermarkt. Was in meinen Mund oder in meine Tasche wandert, muss direkt beglichen werden. Andersherum erhalte ich für alles, was ich im Auftrag des Kunden erledige, sofort mein Geld.
Die Realität sieht leider allzu häufig anders aus. Da ist es nicht ungewöhnlich, als Freiberufler 30 Tage oder länger auf das Geld zu warten, selbst wenn die Zahlungsfrist auf der Rechnung mit 14 Tagen angegeben ist.
Viele Unternehmer und vor allem Gründer scheuen sich, entschlossen dagegen vorzugehen, weil sie Angst haben, den Kunden zu verlieren.
Trotzdem – wer schreibt, der bleibt – vor allem, wenn es darum geht, eine Rechnung zu stellen und damit den Verdienst einzufordern.
Also warten Sie mit der Rechnungslegung gar nicht erst lange, sondern stellen Sie Ihre Leistung oder Ware sofort nach Erledigung oder Versand  in Rechnung – spätestens am nächsten Tag. Es gibt keinen Grund, das nicht zu tun – schließlich haben Sie Ihren Teil der Vereinbarung ausgeführt. Sie würden auch nicht auf die Idee kommen, im Supermarkt erst eine Woche später zu bezahlen. Hinzu kommt, dass Sie selbst ja auch Ausgaben haben und welchen Anlass gibt es für Sie, aus Ihrem Unternehmen ein Kredit-Institut für andere zu machen, noch dazu eines, das keine Zinsen für seine Auslagen erhält?
Auch hilft Ihnen eine zeitnahe Rechnungsstellung dabei, zügig ein Mahnverfahren einzuleiten, wenn das dann erforderlich ist. Zahlt der Kunde nicht bis zum Ende der Zahlungsfrist, können Sie bereits nach einer Mahnung sofort ein gerichtliches Mahnverfahren beantragen.
Besser als gleich mit der juristischen Keule zu drohen ist es allerdings, zunächst den Kunden freundlich zu erinnern. Denn nicht jeder, der die Zahlung verschleppt, ist gleich ein potentieller Betrüger. Am besten ist es, kurz per Telefon nachzuhaken und ein weiteres Zahlungsziel zu vereinbaren. Das geht natürlich auch per Email – wobei der persönliche Kontakt immer nachhaltiger ist. Ein Gespräch gibt Ihnen auch gleich die Gelegenheit zu überprüfen, inwieweit der Kunde Sie ernst nimmt und ob er eventuell wirklich in Schwierigkeiten steckt.
Aber Achtung: Werden Sie abgewimmelt oder vertröstet, dann zögern Sie nicht damit, den Weg über einen Anwalt oder das Gericht zu gehen.
Sicher muss man auch noch zwischen einem Neukunden und einem Stammkunden unterscheiden. Jemandem, der Ihnen über Jahre schon die Treue hält, sollten Sie anders gegenübertreten, als einem Neukunden.
Eine Möglichkeit für Sie, wenigstens schon mal einen Teilbetrag in der Tasche zu haben, ist die Vorauskasse oder Abschlagszahlung. Haben Sie zum Beispiel einen Auftrag, der sich über einen längeren Zeitraum erstreckt, macht es Sinn, einen Teil der Leistung zwischendurch abzurechnen oder im Voraus einen Betrag zu vereinbaren.
Eine weitere Variante, Zahlungen zu beschleunigen ist, dem Kunden ein Skonto einzuräumen. Zahlt er innerhalb von 8 Tagen, kann er zwei oder mehr Prozent vom Rechnungsbetrag abziehen – eine Möglichkeit, die von vielen Kunden gern genutzt wird.

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