Die Vision – Träumerei oder mehr?

„Wer keine Vision hat, vermag weder große Hoffnung zu erfüllen, noch große Vorhaben zu verwirklichen.“, so ein Leitspruch von  T. W. Wilson, (1856 – 1924), US-amerikanischer Historiker und 28. Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika. Damit ist schon viel gesagt, denn fragt man erfolgreiche Unternehmer nach ihrem Geheimrezept, antworten viele, dass sie ohne eine große Vision,  niemals da wären, wo sie heute stehen. Fortschritt wäre ohne Vision nie denkbar.  Eine Vision darf nicht nur, nein sie muss groß sein.
Olga und  Thomas Georgi, Gründer und Geschäftsführer des Coaching Unternehmens „Die JugendTrainer“ hatten von Beginn an eine Vision. In einem Interview lassen Sie uns an Ihren Erfahrungen teilhaben:

Wie hat sich Eure Vision entwickelt?

„Zu Beginn hat man ja lediglich eine Idee und kennt den Weg dorthin nicht. Wir haben einfach ausprobiert, haben getestet, was funktioniert. Und auch: Was funktioniert nicht? Wir haben viel gefragt, auch Coaches, die bereits erfolgreich sind: Wie macht ihr das? Was können wir selbst optimieren? Wir haben Jugendliche und Auftraggeber befragt: Was braucht ihr? Was fehlt?
Nach Trainings und Coachings haben wir reflektiert: Was war gut? Was können wir optimieren? Das handhaben wir bis heute so. Stillstand ist das schlimmste, was einem Unternehmer passieren kann.
In Hinblick auf die Aufträge und Tätigkeitsschwerpunkte haben wir auch eine Entwicklung durchlebt. Zu Beginn probiert man alles mögliche aus und nimmt jeden Auftrag an, bis man erkennt, was einem wirklich liegt und welche Zielgruppe man am liebsten als „Kunden“ und „Klienten“ hat. Wir haben für uns ganz klar deklariert, welche Form der Arbeit wir machen wollen und sogar eine Liste unserer Wunschkunden erstellt. Wichtig ist: keine Angst zu haben und einfach den ersten Schritt zu gehen. Und wenn Schwierigkeiten kommen, nicht aufzugeben, sondern die Herausforderung zu meistern und die Hürde als Teil des Wachstums zu integrieren.

„Hat Euch die Anfangsvision über all die Jahre getragen? Wodurch war sie geprägt?

„Ganz klar: Ja. Wir wussten zwei Dinge ganz sicher: dass wir kompetent sind und wissen, wovon wir reden und was wir tun. Und dass wir einen konkreten Bedarf abdecken. Coaches gibt es wie Sand am Meer. Jugend-Coaches dagegen nicht. Versierte und gute Jugend-Coaches mit unserer Erfahrung erst recht nicht. Die Vision war geprägt von Mut (Ich habe zum Beispiel meinen festen, gut bezahlten Job aufgegeben.), von Idealismus (Wir wollen einen Beitrag für die Welt leisten, junge Menschen ermutigen, ihre Träume zu leben und sie dabei unterstützen, sich ein erfülltes Leben zu erschaffen.) Aber es brauchte auch eine kleine Prise Verrücktheit & Verwegenheit, um sich auf den Weg zu machen und Commitment, eine Art freiwillige Selbstverpflichtung, die besagt: Komme was wolle, wir lassen von dieser Vision nicht ab.“

Habt Ihr Eure Vision verändert oder waren eher die Ziele flexibel?

„Die Vision war immer konstant: Dass wir das beste, bekannteste und finanziell erfolgreichste Jugend-Coaching-Unternehmen im gesamten deutschsprachigen Raum sind.
Das sieht auf den ersten Blick vielleicht größenwahnsinnig aus, aber – je größer das Spielfeld ist, umso mehr ist möglich. Zugegeben, auch das Risiko vergrößert sich, man begibt sich einfach in „kleinere Gefahren“, wenn man „kleine Brötchen“ bäckt, aber das kam für uns nie in Frage.
Hilfreich war vielleicht auch der Umstand, dass es zum Coach-Sein keine allzu großen, vor allem finanziellen Investitionen bedarf. Eine gute Homepage, ein professionelles Logo, die Büroausstattung. Der Coach hat sein Kapital im Kopf, im Herzen und in der Seele.
Noch etwas zur großen Vision:
Wir können aus vollem Herzen sagen: wir haben sie niemals verraten. Es gab ja auch schwere Phasen, vor allem am Anfang, als keiner uns kannte, die Aufträge nicht reinkamen oder wenn wir auf unsere Bemühungen keine Resonanz gespürt haben. Da hätten wir auch aufgeben können. Hinzu kommen persönlich Dinge, wie zum Beispiel, dass Thomas und ich uns als Paar getrennt haben und nun Kollegen und Eltern sind, aber eben kein Ehepaar mehr. Auch da hätte man sagen können: lassen wir das Ganze, wir sind jetzt getrennte Leute und wickeln unser Unternehmen ab. Unser gemeinsamer Traum von den JugendTrainern war aber stärker, wie man heute am Ergebnis sieht. Das verdanken wir definitiv unserer großen Vision.“

Was würdet Ihr jungen Gründern in Bezug auf die Vision raten?

„Groß spielen. Eine große, inspirierende Vision vom eigenen Produkt, aber auch von sich selbst zu haben! Die Vision mitteilen, denn sie lebt davon, dass möglichst viele Menschen von ihr wissen. Dann: an sich und das eigene Produkt glauben. Denn, wenn ich mir noch nicht einmal selbst glaube und auch nicht hinter meinem Produkt stehe, wer soll mir dann mein Angebot abnehmen?
Ferner: Habt keine Angst, loszugehen. Im Prinzip kann nichts passieren, wenn man Scheitern als natürlichen Bestandteil des Lebens sieht. Auch wir sind schon gescheitert. Es gibt da diesen Spruch: „Hinfallen- Aufstehen, Krone richten, weitergehen.“ Der ist ein hilfreicher Begleiter für alle Lebenslagen.
Gründer sollten sich auch nicht scheuen, Menschen zu fragen, die schon erfolgreich sind. Wir sind es nicht gewohnt zu fragen und um Unterstützung zu bitten. Für Gründer ist das aber unglaublich wichtig. Nicht zu denken „Ich weiß schon alles (besser)“, sondern zuzuhören, nachzufragen, offen zu sein für die Antworten und daraus wirklich zu lernen.
Und auch wichtig: umgebt euch mit Menschen, die an Euch und an Euer Produkt glauben.“

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