PR Arbeit – aber richtig! Teil 2

Um eine Meldung über Ihr Unternehmen oder über ein neues Produkt in der Zeitung, im Radio oder sogar im Fernsehen zu platzieren, müssen Sie zunächst die „Medienmacher“ informieren. Das geschieht nach wie vor über eine klassische Pressemitteilung. Wenn Sie einige Regeln beachten, stehen die Chancen, Beachtung zu finden und Interesse zu wecken auch für kleinere Unternehmen gut. Die Kunst ist, Ihre Pressemitteilung (PM) zu einer wert- und gehaltvollen Information werden zu lassen, ohne sie künstlich aufzublasen. Dazu müssen Sie buchstäblich die Tischseite wechseln und sich fragen: Was könnte zunächst den Redakteur und dann den Leser dieser Zeitung interessieren?

Schauen Sie sich das Medium, in dem Sie Ihren Bericht unterbringen möchten, genau an. Im Grunde gleicht diese Arbeit einer Standort-Analyse, die Sie ja vielleicht schon aus dem Business-Plan kennen. Bei Zeitungen und Zeitschriften können Sie für die Recherche die Media-Daten abfragen, um mehr über die Auflagenhöhe und die Zielgruppe zu erfahren. Anschließend lohnt es sich, die Zeitung mal eine ganze Woche lang intensiv durchzublättern und zu lesen. Welche Sparten, welche Ressorts gibt es? Wer schreibt häufiger Artikel über ein bestimmtes Thema oder über Themenkreise? Taucht ein Artikel auf, der Ihr Thema berührt? Gibt es eventuell einen aktuellen Bezug, den Sie zu Ihrem Thema herstellen könnten? Haben es Konkurrenten schon in diese Zeitung geschafft und wenn ja, wie?

Werfen Sie einen Blick in das Impressum, dann kennen Sie die Namen der Ressortleiter oder der Redakteure. Wenn Sie die gewonnenen Informationen bei einem Erstkontakt gleich nutzen, um zu begründen, warum Sie glauben, dass Ihr Bericht gut an den oder Platz passen würde, haben Sie mit Sicherheit schon Pluspunkte gesammelt.
Damit sind wir gleich beim nächsten wichtigen Gedanken: Kündigen Sie Ihre Pressemitteilung telefonisch an. Damit stellen Sie einen Bezug zwischen Person und Papier her, der Redakteur hat ein Bild, eventuell schon ein paar mehr Informationen, als auf der PM stehen und – sollten Sie am Telefon schon sein Interesse geweckt haben, sucht er Ihre PM gezielt aus dem Stapel heraus.

Ein paar Formalien:

Zeilenabstand 1,5; DIN A4 – einseitig bedruckt; keine besonderen Hervorhebungen im Text; keinen Blocktext; Rand für Bemerkungen: ca. 6 cm; oben steht, dass es eine Pressemitteilung ist; sachliche Überschrift mit Unterzeile, Zusammenfassung als Lead, Zahlen von eins bis zwölf werden ausgeschrieben, ebenso Vor- und Zunamen, Abkürzungen sollten Sie erklären, Sätze  maximal 12 Wörter lang

Zum Inhalt:

Eine Pressemitteilung ist ähnlich aufgebaut wie eine klassische Zeitungsnachricht. Sie bedient die so genannten W-Fragen.

Wer? Was? Wo? Wann? Wie? und Warum?

Bringen Sie das so knapp wie möglich auf den Punkt. Maximal erlaubt sind zwei Seiten. Den wichtigsten Aspekt stellen Sie voran.
Was das ist, das entscheidet sich danach, welchen Aufhänger Sie nutzen, beispielsweise:
Aktualität? Prominenz? Geografische Nähe? Geht es um einen Fortschritt – eine Neuerung? Hat das, worüber  berichtet werden soll, Folgen, die für die Leser relevant sind? Entsteht ein Konflikt oder entschärft es einen Konflikt? Ist es Kurios?
Oder von allgemeinem menschlichen Interesse?
Am Ende können Sie noch einmal kurz (5-6 Sätze) und in einer kleineren Schriftgröße Ihr Unternehmen beschreiben. Adresse, Firmenlogo und ganz wichtig Ansprechpartner und Kontaktinformationen gehören ebenfalls ans Ende des Textes.

Und wie schon gesagt – vermeiden Sie Prahlerei. Es sei denn, Sie wollen in die BILD! :-)

Wie man Social Networking für eine erfolgreiche Unternehmens-Kommunikation nutzt, erfahren Sie in Teil 3.

Auf dieses Thema gibt es eine Reaktion

  1. Thomas Mampel

    Super Artikel!

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